Sonstige Infos und Empfehlungen

Ersatzteillage

 

Der VW Bus T3 war bis zum heutigen Zeitpunkt einer der letzten Dinosaurier aus den 80iger Jahren für den noch fast alles bei VW lieferbar war. Das lag hauptsächlich daran, dass VW den zahlreichen Behörden, größter Abnehmer war die Bundeswehr, vertraglich uneingeschränkte Ersatzteileverfügbarkeit zusichern musste. Mittlerweile ist der T3 im Behördenalltag so gut wie ausgestorben und somit hat VW auch bei den Ersatzteilen sehr viele Sachen entfallen lassen, bzw. werden einige Entfallteile über das mittlerweile hauseigene Classicparts Center vertrieben.

 

Während bei Technikteilen nach Baujahr 1985 noch alles verfügbar ist, sieht es teilweise bei Ersatzteilen für die Busse vor 1985 schon schlecht aus, hier sind schon zahlreiche Ersatzteile wie zum Beispiel für das Kühlsystem schon längst entfallen. Weiterhin gibt es kaum noch Neuteile für die Innenausstattung, insbesondere wenn sie braun, beige oder blau ist, sowie einige äußere Karosserieanbauteile, wie beispielsweise Zierleisten, Dekore oder ähnliches. Original Blechteile sind noch verfügbar, allerdings sind neue rechte Vordertüren, Heckbleche und sämtliche Schiebetüren bei VW nicht mehr als Neuteile verfügbar.

 

Des Weiteren sind alle beim T3 serienmäßig verbauten Alufelgen bei VW auch nicht mehr lieferbar. Neuteile für die Reisemobile sind nur noch sehr begrenzt erhältlich und wenn dann auch nur noch über engagierte Händler oder von Privat. Um den VW Bus haben sich auch zahlreiche gewerbliche Ersatzteilhändler platziert. Ich werde mich allerdings hüten, hier Empfehlungen oder Kritik auszusprechen. Um es kurz zu machen, das Spektrum reicht von Top Service wo qualitativ einwandfreie Sachen zu einem guten Preis/Leistungsverhältnis angeboten werden bis hin zu Händlern die minderwertige Teile für Geld und ohne Service verkaufen. Gleiches gilt für Händler, die mit Gebrauchtteilen handeln, hier reicht die Spanne von funktionsgeprüften Gebrauchteilen mit Garantie bis hin zu überteuertem unbrauchbarem Schrott. Über die Suchfunktionen sämtlicher VW Bus Foren könnt ihr euch selbst ein Bild über die Zuverlässigkeit der Händler machen. Aber auch der örtliche Zubehörhändler oder Schrottplatz kann meist noch mit T3 Teilen weiterhelfen. Weitere Optionen für den Teilekauf sind die Pinnwände in den VW Bus Foren oder in einschlägigen Internet Auktionshäusern.

 

Meine persönliche Erfahrung ist, das ich mit Original VW Ersatzteilen auf lange Sicht immer am besten gefahren bin und wer wirklich vernarrt in seinen Bus ist, wird da auch keine Kompromisse und Experimente bei den Ersatzteilen machen.

 

Welchen Bus für welchen Einsatz?

 

Bauherren, die ihr Eigenheim in Eigenleistung hochziehen sind natürlich mit einer Pritsche, Doppelkabine oder Kastenwagen am besten bedient. Diese Fahrzeuge sind allerdings bis auf ganz wenige Ausnahmen hoffnungslos runtergeritten und man kann froh sein wenn diese Autos die Wege zum Baumarkt oder bis zur Fertigstellung des Eigenheims überleben. Die "eierlegende Wollmilchsau" bei den T3 Bussen sind die Kombis und die Caravelle Modelle, hier kann man morgens schnell die Mittelbank entfernen und schwedische Möbelhäuser leer kaufen und abends 8 Personen transportieren.

 

Zeitloser Trendsetter sind die Multivan Modelle, die über eine Schlafbank und Tisch verfügen und man eine Schlafmöglichkeit für 2 Personen ---- bei einem Kurztrip hat. Daher sind diese Modelle auch begehrt.

 

Eine dreiköpfige Familie oder Freizeitsportler sind sehr gut mit den Reisemobilen auf T3 Basis beraten, da diese auch für mehrere Tage ausreichenden Komfort bieten. Ein Sonderfall ist das 1984 erschienene Exklusivmodell "Carat", das zwar den einen oder anderen Sammler anspricht, aber bei der breiten Masse recht unbeliebt ist. Aufgrund der heute "Business" genannten Ausstattungsvariante kann man nicht darin übernachten und der Wagen ist auch für Transporte nicht wirklich gut geeignet . Dieser Luxusbus hat seine Wiederentdeckung noch vor sich. Kein anderer T3 fährt so komfortabel und leise.

 

Wo kaufe ich am besten einen VW Bus?

 

Ein erster Schritt, der mittlerweile gerne vergessen wird, ist der Blick in die Tageszeitung oder in ein regionales Anzeigenblatt, hier werden ab und zu auch noch T3`s angeboten und man hat den Vorteil, das die Wege zur Besichtigung relativ kurz sind. Eine weitere Möglichkeit bieten die etablierten Autobörsen im Internet, in denen allerdings Fahrzeuge aus dem gesamten Bundesgebiet und im Ausland angeboten werden, was dann mit einer kosten- und zeitintensiven Anreise zur Besichtigung verbunden sein kann.

 

Hier kommt es nach langer Anreise auch nicht selten zu großen Enttäuschungen. Ähnlich ist die Situation bei bekannten Internet Auktionshäusern. Beschreibung und Ist- Zustand liegen häufig entfernt auseinander, Schnäppchen tendieren hier gegen Null, größtenteils geht es nur noch um Resteverwertung, sprich für einen abgemeterten Bulli noch möglichst viel Kapital herauszuschlagen.

 

Die Möglichkeit seinen Traumbulli in den Pinnwänden der VW Bus Foren zu finden, wurde bereits erwähnt. Problem ist dann meistens nur, das der Verkäufer emotional so mit seinem Fahrzeug - bedingt durch Zeit- und Geldinvestitionen - verbunden ist, das die Wertvorstellungen zwischen Verkäufer und Interessent weit auseinander gehen.

 

Bundesweit haben sich viele Händler auf den Bulli spezialisiert. Wie oben beschrieben, bleibt es Euch überlassen über diese Händler zu recherchieren und Euch ein Urteil zu bilden.

 

Einen guten T3 von einem Blender zu unterscheiden, kann viel Kummer, Geld und Sorgen ersparen. Die Unverfrorenheit mancher gewerblichen wie privaten Verkäufer kennt im ausufernden T3-Hype keine Grenzen. Ein rostfreies Exemplar im Originallack hat mittlerweile Kultstatus und -preis.

 

Unterm Strich kann ich als Fazit aus meinen zahlreichen Busbesichtigungen sagen, dass die besten Busse aus Erstbesitz, lückenlos Scheckheft (Geld für Wartung und Reparaturen war vorhanden) und die Vorbesitzer zwischen 45-70 Jahre alt waren. Das sind aber nur meine persönlichen Erfahrungen und heißt nichts; es gibt bestimmt auch Busse von 25 jährigen Drittbesitzern ohne Scheckheft, die gut sind.

 

Wie sieht die Zukunft vom T3 aus?

 

Kurz gesagt, hervorragend!

 

Der T3 war eigentlich schon zu Lebzeiten ein begehrtes Objekt und hat seit einigen Jahren schon Kultstatus, da er der letzte Vertreter der Heckmotorbauweise war. Ein Status, den der Nachfolger T4 vermutlich schwerer erreichen wird, da er ein Bus der Frontmotorbauweise ist.

 

Was Vielen nicht wirklich bewusst ist, ist die Tatsache, dass der T3 heute im Jahr 2012 bereits 33 Jahre alt wird und momentan vom Gebrauchtwagen zum Oldtimer reift. Wirklich gute Exemplare sind oft fest in Liebhaberhand oder werden fast nur noch in einer eingefleischten Scene angeboten.

 

Ein Großteil der Besitzer wird dann auch auf mehr Qualität bei der Pflege und Wartung achten und die "Geiz ist Geil" Mentalität ablegen. Schlachtwagen und noch "so gerade fahrbereite Grotten" werden langsam aus dem Alltagsbild verschwinden und auf Oldtimermärkten werden dann auch Ersatzteile für den T3 auftauchen.

 

Begehrt sein werden nach wie vor die Multivans und Reisemobile, hier kann es bei Top Exemplaren preislich nur noch nach oben gehen. Richtige Raritäten werden in Zukunft allerdings wie beim Vorgängermodell T2 originale gepflegte Pritschen, Doppelkabinen, Transporter und Kastenwagen sein, insbesondere wenn sie luftgekühlt oder frühe wbx sind. Diese Modelle wurden nach einem harten Arbeitsleben einfach entsorgt oder in die 3.Welt verschifft, von daher sollte sich jeder zukünftige Sammler in nächster Zeit ein paar Gedanken zu diesen Karosserievarianten machen. Die Oettinger T3`s sind heute schon gesuchte Liebhaber- und Sammlerfahrzeuge. Noch besteht die Möglichkeit mit etwas Glück eines der aufgezählten Modelle in gutem Zustand zu finden.

 

Die Preissituation beim T3

 

Noch ein paar Worte zu den Marktpreisen des T3.

 

Die Preisspanne geht nach meinen Recherchen momentan von 499.- für ein lt. Aussage des Verkäufers fahrbereites T3 Exemplar bis hin zu 70.000.-€ für ein seltenes T3 Sondermodell.

 

Generell kann man sagen, das man wirklich gute, sprich nahezu rostfreie und nachweisbar gewartete T3 nicht mehr unter 10.000.-€ bekommt. Das heißt in Zahlen je nach Ausstattung fängt ein absolut originales Top Exemplar ohne Reparaturstau und Rost preislich am unteren Ende bei 5000.-€ ( Pritsche, Kombi, Transporter, Doppelkabine), bzw. 6000.-€ (Multivan, Caravelle) oder 8000.-€ (Westfalia Reisemobile) an. Nach oben sind preislich je nach individueller Historie, Ausstattungsumfang und Erhaltungszustand wenig Grenzen gesetzt.

 

Allerdings ist kein Thema bei T3 so heftig und leider auch unsachlich diskutiert wie die Preisfindung. Nur ganz wenige Experten sind dazu in der Lage ohne die emotionale Komponente die Marktgängigkeit eines speziellen Modells korrekt einzupreisen. Einem Laien ist manchmal kaum zu vermitteln, warum 2 auf den ersten Blick aus einigen Metern Entfernung fast gleich aussehende T3 Busse mal als "..lieber nicht kaufen, maximal 3000.- Wert zur Teilegewinnung"...... und als ".....Extremes Topexemplar mit seltener Historie, Sammlungswürdig, auch für 20.000.- ein guter Kauf...." eingestuft werden. Den einen vom anderen zu unterscheiden bedarf es viel Erfahrung und Wissen um die Originalausrüstung und -ausstattung der verschiedenen T3 Modelle und Baureihen.

 

Diese Kaufberatung kann daher eine Hilfestellung sein, vor einem Hochpreiskauf sollte man aber unbedingt eine 2te fachkundige Expertenmeinung hören, da der Grat zwischen "gut und böse" extrem schmal und die Zahl derer die Ihr Auto generell eine oder gar 2 oder 3 Stufen besser anpreisen als es ist, ständig zunimmt.

 

Sammler- bzw. Spitzenfahrzeuge erreichen mittlerweile 20000 - 30.000.-€ da weltweit die Nachfrage nach guten T3`s steigt. Insbesondere in den Ländern USA, Kanada und England. Syncro Fahrzeuge liegen je nach Ausstattung preislich 1000-3000 Euro über den zweiradangetriebenen Fahrzeugen.

 

Verkaufsfördernde Extras, die einen Preisaufschlag rechtfertigen sind Originalität mit Erstlack, nachvollziehbare Historie, Erstbesitz, Laufleistungen unter 100000 km ,Abgasreinigung nach Euro 2 oder 3 (Innenstadtfahrverbote/Umweltzonen), Reparatur mit VW Original Ersatzteilen, Original VW Austauschmotor mit Beleg, Hohlraumversiegelung, Metallic Lack/Zweifarbenlackierung, Zentralverriegelung, Colorglas, Schiebefenster, elektrische oder Bügelspiegel, Schiebetür links, großes funktionierendes Stahlschiebedach, Servolenkung, lupenreine vollständige Innenausstattung.....um hier nur ein paar Sachen zu nennen, jeder hat ja so beim Kauf seine eigenen Vorstellungen, Prioritäten oder Qualitätsansprüche.

 

Preismindernd sind bei meinen Beobachtungen zu Busverkäufen Neulackierungen im Fremdfarbton, insbesondere wenn der Lack gerollt wurde, Fugenrost, verwohnte/unvollständige Innenausstattungen, defekter, weil als Neuteil teurer Auspuff, Laufleistungen weit über 200000 km, keine Wartungsnachweise, halt generell Reparaturarbeiten die Zeit- und Kostenintensiv sind, wie zum Beispiel Schweißarbeiten an der Karosserie, also sollte wie eingangs erwähnt die Karosserie immer besser als die Technik sein, wenn man mit Reparaturkosten den Zeitwert nicht zu weit übersteigen will. Jeder der schon mal bei einem Profi eine Entrostung/Ganzlackierung für einen Bulli bezahlt hat, weiß das eine defekte Zylinderkopf oder Wassermanteldichtung preislich nur Peanuts dagegen sind. Bei Bullis im Preissegment von 1000-5000 Euro muss man meist mit einem Reparaturstau rechnen und zum Kaufpreis denselben Betrag noch mal in Reparaturen investieren um zu einem vernünftigen Endergebnis zu kommen. Bei Bullis unter 1000 -2000 Euro handelt es sich meist nur noch Schlachtfahrzeuge oder bedingt fahrbereite Fahrzeuge mit Rest TÜV.